Im aktuellen Fundview-Interview spricht Gökhan Kula über die jüngsten Marktentwicklungen 📈 und geht auf die aktuelle Positionierung der ALPS Vermögensverwaltung sowie des globalen defensiven Multi-Asset Fonds MYRA Solidus Global Fund ⭐⭐⭐⭐⭐ (HAFX60) ein.

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CIO von bayerischem Family Office: „Eine gesunde Korrektur wäre willkommen“

Das bayerische Alps Family Office erwartet volatilere Märkte für 2025. Daher hat CIO Gökhan Kula das Portfolio zum Jahresende schon defensiver aufgestellt. Eine Korrektur wäre Kula zufolge wünschenswert und würde zu einer höheren Aktienquote ermutigen.

Gökhan Kula, CIO des bayerischen Alps Family Office, erwartet dieses Jahr volatilere Märkte als 2024. Politische Faktoren, insbesondere mit Blick auf Donald Trump, könnten die Volatilität schneller zurückbringen. Dies habe sich bereits im November mit der Wahl Trumps gezeigt, sowie auch bei Themen wie DeepSeek oder dem möglicherweise anstehenden Zollkrieg. „Der Markt sucht eine Orientierung“, sagt Kula im Gespräch mit Fundview. Daher hat Kula das Portfolio zum Jahresende insgesamt defensiver aufgestellt. Kula betont: „Eine gesunde Korrektur wäre aus unserer Sicht willkommen, um spekulative Exzesse abzubauen. Bei Euphorie bleiben wir im Fonds vorsichtig, bei Ängsten sind wir mutiger. Eine Korrektur würde uns nicht unvorbereitet treffen, da wir qualitativ hochwertige Werte halten und ausreichend Reserven besitzen.“

Die USA bleiben im Aktienbereich weiterhin jedoch der Schwerpunkt, aber nicht nur in den „High Flyers“ – hier sei Kula vorsichtig: „In unserer Vermögensverwaltung setzten wir neben unseren Core ETF-Investments beispielsweise auch auf ein Bonuszertifikat auf den Nasdaq, um Gewinne zu sichern und gleichzeitig für Korrekturen teilweise abgesichert zu sein. In unserem Multi-Asset Fonds nutzen wir Derivate, etwa Put-Optionen, die wir bei niedriger Volatilität günstig erworben haben.“ Sollte es zu einer Korrektur kommen, würden Kula die gepufferten Nasdaq-Bonuszertifikat veräußern und in einen direktionalen Nasdaq-ETF umschichten. Besonders bei den Magnificent Seven ist bereits viel Hoffnung mit einer hohen Erwartungshaltung eingepreist. „Positiv wäre eine weitere Verbreiterung der Markterholung, bei der bisher vernachlässigte Sektoren und kleinere Werte stärker partizipieren“, so Kula.

„Rückblickend konnten wir die Aufwärtsbewegung der Märkte im letzten Jahr gut mitnehmen, auch wenn wir Technologie- und US-Aktien im Jahresverlauf teilweise reduziert haben“, sagt Kula und führt aus, dass er jedoch insgesamt eine positive und konstruktive Perspektive auf die Aktienmärkte hält, denn die anhaltend robuste Weltwirtschaft mit den nun mit Trump anstehenden fiskalen Impulsen unterstützt Sachwerte wie Aktien und Gold. „Unsere Aktienquote ist zum Jahresbeginn neutral, nachdem wir zuletzt in stark gelaufenen Assetklassen Teilverkäufe vorgenommen haben. Dabei haben wir US-Technologieaktien sowie generelle US-Qualitätsunternehmen zugunsten Europas leicht reduziert. Neu hinzugekommen sind Schwellenländeraktien, da wir aus unserem Investmentprozess heraus antizyklisch in attraktiv bewertete Märkte investieren“, erklärt Kula.

Aktuell liegt die Aktienquote bei 34 Prozent im Fonds, mit 14 Prozent Cash-Reserve für attraktive Einstiegsmöglichkeiten. „Der Anleihemarkt bietet interessante Gelegenheiten durch gestiegene Zinsen in den letzten Wochen, und auch am Aktienmarkt beobachten wir die Entwicklung genau. Sollte es zu einer deutlichen Korrektur kommen, wären wir bereit, die Aktienquote deutlich zu erhöhen“, betont Kula.

Zurückhaltend bei langlaufenden Staatsanleihen und High-Yield-Anleihen

Makroökonomisch verschiebt sich der Fokus der Geld- zur Fiskalpolitik. Die Entwicklung von Zinsen und Inflation bleibt ein zentrales Thema und in den USA sind Steuersenkungen und Deregulierung absehbar, was zu einem noch stärkeren Haushaltsdefizit führen wird. In Europa gibt es laut Kula einen Investitionsstau, besonders in Infrastruktur, Bildung und Verkehr und in der Sicherheitspolitik: „Höhere Staatsausgaben dürften den Zinsausblick belasten, weshalb wir langlaufende Staatsanleihen und Spread-Produkte wie High-Yield-Anleihen angesichts der derzeit zu geringen Überrendite zurückhaltend bewerten.“ Stattdessen hält Kula neben dem Core-Investment von kurz- und mittelfristigen Unternehmensanleihen bester Bonität weiterhin nachrangige Bankanleihen und hat selektiv Schwellenländeranleihen aufgenommen, mit einer Tendenz jedoch zur Umschichtung in defensivere Unternehmensanleihen.

Grundsätzlich sei das globale Portfolio breit diversifiziert, aufgrund der starken Zugewinne bei US-Aktien mit einer stets neu ausbalancierten Tech-Quote. Die USA bieten weiterhin ein ideales Umfeld für Innovation, während europäische Unternehmen exportorientiert und global aufgestellt sind. „Europa leidet unter negativen Sentiments, aber sollte sich die geopolitische Lage verbessern, könnte das ein großes Comeback auslösen – Stichwort Ende des Ukraine-Krieges. Auf Hoffnung allein kann man zwar kein Portfolio aufbauen, aber eine moderate Erhöhung europäischer Allokationen erscheint uns aufgrund derzeitigen antizyklischen bewertungs- und sentimentgesichtspunkten sinnvoll“, so Kula.

Die größten Chancen sieht Kula weiterhin für Aktienanlagen, vor allem durch die bemerkenswerten technologischen Entwicklungen der letzten Jahre. Die Innovationen wirken sektorenübergreifend, wodurch langfristige Effizienzgewinne für Unternehmen entstehen, welche als Katalysator für zukünftige Kursgewinne dienen können. Chinas wirtschaftliche Belebung aufgrund der massiven staatlichen Programme könnte zudem Europa als exportorientierte Region unterstützen. „Im Anleihebereich sehen wir aktuell wenig große Chancen, bleiben dort somit vorsichtig. Gold hingegen bleibt ein strategischer Bestandteil unseres Portfolios, gerade angesichts geopolitischer Unsicherheiten und steigender fiskalischer Defizite“, sagt Kula.

Quelle: fundview.de