Das Jahr 2024 und der bisherige Verlauf von 2025 markieren für Goldanleger eine historische Phase: Der Goldpreis erreichte – angetrieben durch weltweite Unsicherheiten und die zunehmende Suche nach sicheren Häfen – neue Höchststände. Dieser Höhenflug wirft bei vielen unserer Mandanten die Frage auf, welche Rolle Gold in unserer Vermögensverwaltungsstrategie spielt und wie wir als ALPS Family Office strategisch dazu stehen. Die zentrale Frage lautet: Welche Rolle kann Gold in einem ausgewogenen Portfolio übernehmen und wie lässt sich sein Potenzial als stabilisierender Faktor nutzen?

Gold ist bei uns ein strategischer Portfoliobaustein, den wir über alle Vermögensverwaltungsstrategien hinweg einsetzen. Der zuletzt auf Rekordstände gestiegene Goldpreis ändert nichts an unserer Einschätzung, dass Gold als zentraler Baustein in ein ausgewogenes Portfolio gehört. Als Sachwert ist es ein wichtiger Stabilisator und ein wirksames Diversifikationsinstrument. Gerade die letzten Wochen großer Unsicherheit rund um die erratische Außen- und Handelspolitik Trumps sowie die schuldengetriebene Zeitenwende der deutschen Fiskalpolitik zeigen die Bedeutung von Gold als wertbeständige Alternative zum Papiergeld.

Abbildung 1: 10-Jahres-Chart Goldpreis in USD; Quelle: Factset, ALPS Family Office AG

Wie hoch sollte der Goldanteil im Portfolio sein?

Viele Anleger stellen sich in diesem Zusammenhang auch die Frage, wie hoch der Anteil von Gold im Portfolio idealerweise sein sollte und wie dieser sich je nach individueller Anlagestrategie unterscheiden kann.

Nach unserer Einschätzung ist eine Goldallokation zwischen 7% und 12% je nach Investor bzw. Portfoliostruktur optimal und wird auch so in unserer Vermögensverwaltung eingesetzt. In einem ausgewogenen Portfolio empfehlen wir beispielsweise eine Goldquote von 10% (vorzugsweise in physischer Form), da es sowohl zu Anleihen als auch zu Aktien eine geringe Korrelation aufweist und insbesondere bei geopolitischen Spannungen oder anderen Unsicherheitsszenarien als sicherer Hafen dient. Bei aktienorientierten Investoren mit größerer Risikotoleranz setzen wir eine etwas geringere Goldquote ein, da internationale Aktien mittel- bis langfristig ein höheres Ertragspotenzial aufweisen als das Edelmetall.

Neben der Frage nach der richtigen Gewichtung stellt sich für viele Investoren auch die praktische Frage: In welcher Form sollte man in Gold investieren – physisch oder über Wertpapiere.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um an der Wertentwicklung von Gold zu partizipieren. Der direkte Kauf von Goldbarren oder -münzen bietet physische Sicherheit mit dem Vorteil, im Krisenfall als Zahlungsmittel zu verwenden bzw. schnell bankenunabhängig liquidieren zu können. Nachteile sind Lagerkosten und Diebstahlrisiko, was tendenziell für Wertpapieranlagen spricht. Gold-ETCs wie Xetra-Gold sind kostengünstige und liquide Alternativen, deren Vermögen durch physische Goldbarren gedeckt ist. Rechtlich handelt es sich hierbei allerdings um unbefristete Schuldverschreibungen mit entsprechenden Emittentenrisiken. Xetra-Gold oder auch EUWAX-Gold sind jedoch zu 100% mit physischem Gold hinterlegt, weshalb jedem Anteil des ETCs ein Gold-Barren gegenübersteht. Die Gold-Barren werden in Tresoren aufbewahrt.

Abbildung 2: Gold-Flows (Quelle: World Gold Council, Incrementum AG)

Doch lohnt sich ein Einstieg jetzt überhaupt noch? Diese Frage beschäftigt viele Anleger, insbesondere angesichts der aktuellen Rekordpreise.

Trotz Allzeithochs bleibt der Einstieg in das Edelmetall langfristig auf jeden Fall sinnvoll, da derzeit die globalen makroökonomischen Fundamentaldaten – Stichworte Inflation, massive Schuldenausweitung und geopolitische Verwerfungen – den Goldpreis weiterhin stützen. Zudem gewinnt der sogenannte Flow-Effekt zunehmend an Bedeutung, da immer mehr Investoren Positionen aufbauen, wie die jüngsten Mittelzuflüsse (siehe Abbildung 2) zeigen. Bisher war der Anstieg primär durch starke Zukäufe der globalen Notenbanken getrieben. Vor allem Notenbanken aus Schwellenländern stocken vermehrt ihre Goldbestände auf, um sich unabhängiger vom US-Dollar zu machen. Empfehlenswert für den Einstieg ist insbesondere die Sparplan-Strategie, bei der durch regelmäßige Käufe der Cost-Average-Effekt genutzt werden kann und so das Einstiegsrisiko etwas geglättet werden kann.